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Wie hole ich Yoga in meinen Alltag?

Meine erste Yoga-Praxis am Morgen beginnt schon mit der größten Herausforderung überhaupt. Nach allen morgendlichen Rituale möchte ich mich anziehen, d.h. Hose und Socken---- im Stehen!

Ich kann mich noch genau an mein erste Mal erinnern.......

es war auf einem Yin-Yoga-Workshop mit Biff Mithoefer, einem der großen Yin-Yoga-Lehrer aus den Staten und natürlich waren eine Menge Leute dabei, die die volle Kontrolle über ihrem Körper hatten. Und ich wollte mir die Socken anziehen und bekam mein Bein garnicht hoch, geschweige denn den Fuß in die Socke. Eine Bewegung, so alltäglich, und auf einmal nicht mehr da. 

 

Und genau das ist dann der Punkt, an dem ich nicht nicht geschlagen fühlen möchte. OK, ich versuche dann erst einmal ungesehen irgendwie in die Socke zu kommen, auch wenn ich mich dabei auf den Boden setze. Aber spätestens, wenn ich  am nächsten Tag bei dem nächsten Socken-Anzieh-Ritual wieder daran erinnert werde, halte ich inne.

Was passiert dabei?

Ich brauche Kraft im Standbein, also erde ich mich über die Sohle meines linken Fußes und beuge leicht mein Standbein-Knie. Ich zieh den Bauchnabel ein und aktiviere automatisch meinen Beckenboden über die Innenschenke und hebe langsam den rechten Fuß an. Vielleicht nur kurz, vielleicht stell ich den Fuß schnell wieder ab oder stell in auf ein Podest (z.B. Block, Hocker, Buch). Und wenn das nicht sofort gelingt, versuchen, versuchen, versuchen.

 

 

Das ist jetzt leider nicht mein Schlafzimmer und die Socke stell ich mir nur vor ;)

Der Körper braucht Sicherheit! Und die verlieren wir leider ständig, aber das heisst nicht, dass sie für immer verloren ist. Schenke deinem Körper Vertrauen und Zuversicht. Beobachte deinen Körper und lerne aus deinen Erfahrungen. Wiederhole die Dinge, die dir und deinem Körper (ich trenne bewusst voneinander) Unsicherheiten erzeugen und wachse daran. Stelle dir vor, wie sich eine Bewegung anfühlt und folge dieser Vorstellung. Gib nicht auf!

Und das Gleiche gilt auch für die Hose! Dabei gibt es die leichte Variante, die weite Hose und die Schwierigere, die enge Hose. Oder ins Auto ein- und aussteigen kann zur Herausforderung werden. Nach einem Stutz hatte ich ca. 9 Monaten ein kaputtes linkes Knie und war es aber gewohnt mit dem linken Bein aus dem Auto zu steigen und konnte aber nicht mein Bein belasten und strecken. Das ging mir so auf die Nerven immer mit beiden Beine zugleich auszusteigen. Nach jeder Physio probierte ich es bis es dann irgendwann wieder klappte. Am Anfang schwierig und ich musste mich konzentrieren, doch heute geht es wieder total unbewusst und wenn ich dann stehe, fühle ich große Dankbarkeit in mir, weil ich daran geglaubt habe, wieder in meine alte Form zurück zu kommen.

Ich hab aber auch viele Dinge verloren, die nicht mehr zurück kommen, wie Laufen, Springen, Tanzen usw. Aber ich stelle mir in meinen Meditationen immer wieder vor, wie es sich anfühlt und gebe die Hoffnung nicht auf wieder springen und tanzen zu können.