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Suchst du Sicherheit?...... Stell dich an die Wand!

In meiner Yoga-Lehrer-Praxis liebe ich es, meine Schüler immer mal wieder an die Wand zu bitten und Standpositionen an ihr zu erleben. Wir könne dabei so viel mehr spüren und wahrnehmen, was in unserem Körper geschieht, wenn wir uns nicht immer nur darauf konzentrieren, nicht umzufallen.

....... und genau das ist es, was mir jetzt weiterhilft.

Standpositionen waren schon immer mein kleiner Albtraum, auch als es meinem Beinen noch besser ging. Vielleicht lag es auch daran, dass meine Stabilität langsam verschwindet und ich nicht so genau mitbekomme, wann Verschlechterungen kommen und gehen. Aber ich wundere mich immer......

Als erstes möchte ich dir an der Wand zeigen, worauf du zu achten hast, wenn du dich bewusst auf einen Bein stellst. Du brauchst dabei CORE, (aus dem eng.  Kern oderMittelstück) Wir können es auch Bauchmuskulatur oder Rumpfstabilität nennen. Erzählt dir dein Physiotherapeut bestimmt auch immer, oder?

Also, hier steh ich mit dem Rücken an der Wand und halte, um es dir besser zu zeigen, die Arme hoch. Dadurch krümmt sich mein Rücken noch stärker (Hohlkreuz) und meine Lendenwirbelsäule löst sich noch weiter von der Wand weg. Gleichzeitig heben sich dabei meine unteren Rippen an und meine Beckenknochen sinken.

Wie gesagt, die Rückseite zieht sich zusammen und die Vorderseite öffnet sich. Meine Energie ist weg!

 

Beim Kunstturnen, in meiner Kindheit, wurde so etwas trainiert, aber es sieht nicht sehr gesund aus. Ist es auch nicht!

Hier, fast die gleiche Situation, aktiviere ich meine Rumpfstabilität.

Ich ziehe meine unteren Rippen zu meinen Beckenknochen nach unten, ich ziehe mit meiner Ausatmung meinen Narben in Richtung der Lendenwirbelsäule und schiebe sie dadurch streckend in Richtung Wand. Der Abstand von Wand und Rücken wird weniger. Meine Vorderseite zieht sich zusammen und der Rücken streckt sich.

Ich spüre dabei auch richtig, wie intensiv sich meine Fusssohlen in den Boden schieben.

Probiere das einfach mal aus!

 

Das sind auch z.B. Übungen, die du überall anwenden kann. Wenn du keine Wand zur Verfügung hast, stell dir einfach eine vor. Du kannst es an der Ampel stehend praktizieren oder ,an der Kasse mit einem Einkaufswagen. Überall......

Und dann können wir einfach direkt weitergehen. Hinterkopf, Schultern, Arme und Po berühren die Wand und du stellst dich mit dem rechten Fuss auf einem Block. 

Achte bitte darauf, dass sich deine rechte Hüfte nicht auch anhebt und schiebe den Narben einfach ausatmend nach innen, beim  Einatmen kannst du diese Spannung halten, und spüre in dein linkes Bein und in die Erdung deines linken Fusses hinein.

 

 

Das Gleiche machen wir jetzt noch einmal mit dem Stuhl. Stell ihn dir auf die rechte Seite, lege deine rechten Fuss auf den Stuhl und lehne dich dabei ruhig an die Wand. Entweder lege deine Handflächen an die Wand oder du bringst sie zusammen vor dein Brustbein ins Anjali-Mudra. Achte aber auch hier bitte darauf, dass deine Beckenknochen auf einer Höhe bleiben.

 

Spüre in deine Mitte hinein, Core und Längsachse dominieren hier schon. Richte deine Seite aus und finde deine Balance.

 

Du hast auch immer die Möglichkeit, deinen Körper von der Wand abzurücken und dadurch deine Sicherheit an der Wand zu verlieren und dich selbst zu tragen.

Als letzte Übung gehen wir dann zur Vollendung in den Baum, oder auch Vrksasana (kein Schreibfehler) genannt.

Lehne dich hierfür auch erstmal an die Wand, hebe vorsichtig dein knie und lege deine rechte Hand an dein Schienbein zur Unterstützung. Dann stell deinen rechten Fuß entweder an deine Unterschenken-Innenseite oder Oberschenkel-Innenseite, bitte, bitte nie an dein Knie, denn du schiebst  deinen Fuß richtig an dein Bein und das Bein gegen deinen Fuss, sodass auch hier eine Nullkraft entsteht und ziehe jetzt über den Beckenboden und deines Nabels, der nach inne zieht, die 'Krone des Kopfes' in den Himmel.

Und solltest du Sicherheit und Ruhe erfahren, löse dich von deiner Sicherheit / der Wand ab.

Feel Free!!!

 

 

Namaste