· 

Der Beginn

Es ist genau so wie in der Architektur!

Die Angst vor dem leeren Blatt Papier und die fehlenden Ideen. 

Wenn ich unterwegs bin oder unterrichte kann ich gar nicht schnell genug meine Gedanken aufschreiben oder mir vielleicht auch merken.

Und später, am Rechner---Ruhe, Nichts, Leere!

Aber da ich weiss, wie es in der Vergangenheit immer wieder geklappt hat, 

bin ich ganz entspannt und warte.

 

Ich möchte euch auch darüber aufklären, dass meine Praxis auf der Yoga-Matte nicht immer so einfach ist, wie es vielleicht auf den Fotos aussieht.

Yoga zu unterrichten hieß für mich früher, dass ich alles in Perfektion konnte,

sonst könnte man das doch nicht unterrichten!

Heute weiß ich aber, daß ich es nicht mehr können muss, um anderen den Weg zu erklären.

Ich muss ihn nur schon mal in der Vergangenheit gegangen sein. 

 

Meine 'fitten' Schüler unterrichte ich aus der Tiefe meines Herzens.

Ich habe die Praxis gelebt, geliebt und sie ist immer noch in mir, auch wenn mein Körper nicht mehr nach kommt. Ist aber auch egal.

Meine Kunstturn-Lehrerin war eine ältere Dame und natürlich konnte sie auch die Dinge nicht mehr, die sie uns lehrte.

Aber sie liebte das Kunstturnen, weil sie selbst in ihren Erinnerungen immer noch wusste, wie es sich anfühlt. Und so geht es mir auch. 

 

Und wenn hier auf den Fotos der Eindruck entstehen mag, dass ich keine Einschränkungen habe und das die MS mich verschon, so trügt das.

Meine Beine haben durch die Spastik so viele Einschränkungen und werden immer schwächer, manchmal laufe ich sogar am Stock. Nach einem Stürz auf dem Weg in die Yoga-Schule musste ich ein Weile auf einem Hocker unterrichten und auch das gefällt mir nicht immer. 

Meine Blase hat keine Lust sich selbst zu entleeren, sodass ich mich nach viel Qualen dazu entschlossen habe Einwegkatheter zu benutzen (aber das ist ein andere Geschichte,  dazu auch bald mehr).

Auch wenn ich nicht im Rollstuhl sitze, die Fotos können trügen.

Die Menschen sehen uns es nicht immer an, wie eingeschränkt wir wirklich sind und manchmal ist das auch gut so. Und das ist auch für mich der Grund an die Öffentlichkeit zu gehen und offen dazu zu stehen. 

 

Aber man braucht auch ganz schön viel Mut dazu